Ausgezogen

Freunde verlieren

Foto: #3 Underberg von Stomen.

Nie habe ich so viele Freunde verloren wie in den letzten zwei Jahren.

Es liegt an mir.

Lieber wäre mir, es läge am Wetter. Oder an der Welt. Aber das ist Quatsch.

Freunde verlieren tut weh. Leute aus den Augen verlieren, die ich für Freunde hielt, macht wütend. Beides verunsichert und kränkt. Beides fühlt sich ziemlich bescheiden an.

Leere, verwohnte Zimmer unter den Rippen, in denen ungeöffnete Rechnungen, alte Prospekte und die letzte Rutsche Sperrmüll noch auf irgendwas zu warten scheinen.

Ein paar Wände hab ich neu gestrichen. Ein paar verklärte Erinnerungen lang in leeren Wohnküchen gesessen und mich von Wehmut in die Eingeweide beißen lassen. Ein paar Kaffeebecher mit hässlichen Werbeaufdrucken zerschlagen. Ein paar Türschlösser ausgewechselt.

Freunde verlieren gehört zum Leben.

Die sind dann mal weg.

Es wird einfach Zeit, mich daran zu gewöhnen.

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